Als Begleitung von Koko Affo-Tenin flogen wir mit ihr am Freitag von Berlin nach Lomé, blieben dort zur Vorbereitung der Reise nach Balanka einen Tag, herzlich von Freunden und Verwandten von Koko empfangen. Nach Vertragsverhandlungen über das Schuldach ging es bereits am Sonntag nach Balanka, unterwegs Station in Sokodé und Tchamba, abends Ankunft und herzlicher Empfang durch viele Menschen, Verwandte und Bekannte.

Balanka: ein Städtchen mitten im Busch; landesübliches Siedlungsbild: Lehmhäuser, Staub, Herzlichkeit und Kinder, die lachen und uns anfassen wollen. In der Dunkelheit die hell erleuchtete Bibliothek – Balanka liegt sonst im Dunkel, hat keinen Strom – mit Kindern und Jugendlichen, die das Licht und die Angebote der Bibliothek am Abend nutzen. In der Woche unseres Aufenthalts: Besichtigung der Schulen und Gespräche mit den Lehrern, Besuch der Baustelle des Gebäudes der Oberschule und Aufmaß der geplanten Dachkonstruktion, Veranstaltungen zu Ehren des Besuchs von Koko: Lesewettbewerb, Fußball, Volleyball, Besichtigung der Krankenstation, Verhandlungen über Finanzen, Bauaufträge, Bautermine, und immer wieder Zeit zu persönlichen Gesprächen mit vielen Menschen des Netzwerks, das Koko für die Balankaprojekte aufgebaut hat und das ganz autonom vor Ort arbeiten kann. Wir hatten den Eindruck einer auf regionalen Strukturen aufgebauten und gut funktionierenden Projektarbeit – etwas, das kein noch so kompetenter Entwicklungshilfespezialist, von außen kommend, je leisten könnte. Als Beispiel sei die akkurate finanzielle Abrechnung genannt: jeder Franc CFA wurde belegt, abgerechnet und, bei den Angeboten, knallhart verhandelt, und das nicht auf französisch, sondern auf Balanka, Ewe usw. Wir standen, mit all unseren Französischkenntnissen, staunend vor dieser Sprachenvielfalt.

Am Samstag fuhren wir nach Lomé zurück, wieder etwa 400 km über Pisten und Schlaglochstraßen. In der Hauptstadt gab es, neben weiteren Baubesprechungen für die Dachdeckung, auch noch ein paar touristische Eindrücke: Atlantkküste, Togosee, Maifeier in Lomé, Märkte und weitere Begegnungen mit Freunden und Verwandten von Koko. Am Mittwochmorgen waren wir wieder in Berlin.

Die Reise war für uns das Eintauchen in eine fremde Welt, deren Bewohner, Kinder, Lebensbedingungen, Klima, Herzlichkeit und Kultur. Merci, Koko

Sigrun Marks und Wolfgang Meckel

 

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